Digital gerüstet für die Berufswelt

Homeoffice, Co-Working Spaces, Video-Calls: Wir stecken schon mittendrin in der Arbeitswelt 4.0. Die Hochschule Luzern wird mit neuen Weiterbildungsangeboten der Veränderung in unserer Berufswelt gerecht.

31.10.2020, Text: Petra Meyer / Bild: Christoph Arnet

Gleich in vier neuen Studiengängen an der HSLU kann man in die digitale Welt eintauchen.

 

Im Oktober haben an der Hochschule Luzern (HSLU) vier neue, zum Teil departementsübergreifende Studienangebote mit der Vertiefung Digitalisierung gestartet, ein weiteres wird ab nächstem Studienjahr lanciert (siehe Box). Bei allen Aus- und Weiterbildungen an der HSLU läuft auch die Förderung von Soft Skills für den Umgang mit den organisationalen und gesamtgesellschaftlichen Veränderungen als Folgen der Digitalisierung ständig mit.

Kreativität als Schlüssel für die Zukunft
Prof. Dr. Stephanie Kaudela-Baum stellte in ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit an der Hochschule Luzern fest, dass sich aufgrund der Covid-19-Pandemie die Veränderungen in der Arbeitswelt extrem beschleunigt haben: Unternehmen und Organisationen mussten rasch und flexibel auf die neuartige Situation reagieren, viele führten quasi über Nacht Arbeitsmodelle wie Homeoffice oder Video-Calls ein. Doch was bedeutet die Transformation unserer Arbeitswelt über die rein technischen – sozusagen die «Hardware» – Innovationen und Errungenschaften hinaus? «Wir befinden uns neu in einem Zeitalter, in dem vor allem Kreativität und Unternehmergeist gefragt sind», ist Prof. Dr. Kaudela-Baum überzeugt. Dazu gehören zum Beispiel neue – auch experimentelle – Führungspraktiken, welche die Potenziale und Stärken der einzelnen Mitarbeitenden berücksichtigen und diese in hoch leistungsfähigen Teams vernetzen. Ein Stichwort dazu ist «Creative Leadership», also die Gestaltung zukunftsfähiger, kreativer Modelle von Organisationsentwicklung und wertschätzender Führung. Zu nennen sind etwa das hierarchielose Zusammenarbeiten «auf Augenhöhe» oder die stärkere Gewichtung von Eigeninitiative – zweifellos positive Aspekte der Digitalisierung.

Chancen und Risiken der Digitalisierung
Auch die Veränderung der Arbeitsbedingungen bringt Vorteile: Es ist egal, ob die Teampartnerin in Køpenhagen im Homeoffice sitzt oder der Forschungskollege an einem neuseeländischen Strand seinen Laptop aufklappt – Distanzen spielen im virtuellen Büro keine Rolle mehr. Das hat Prof. Dr. Kaudela-Baum mit ihrem eigenen Team selbst erfahren und schätzen gelernt. Diese individuellen Freiheiten, die Orts- und Zeitunabhängigkeit von beruflicher Tätigkeit und weniger direkte Kontrollmöglichkeiten durch Vorgesetzte oder Projektmitglieder haben aber auch Kehrseiten: Zu nennen sind etwa drohende Vereinsamung, dauernde Erreichbarkeit und die damit verbundenen Folgen für die Gesundheit oder die enorm gestiegenen Anforderungen an das Selbstmanagement. Herausforderungen wie diesen zu begegnen, ist eines der Ziele der Hochschule Luzern. Die Ausbildung und Förderung der nötigen digitalen Kompetenzen auf allen Ebenen ist deshalb bereits in praktisch sämtlichen Studiengängen integriert. Denn, wie Prof. Dr. Kaudela-Baum es auf den Punkt bringt: «Es gibt keine non-digitale Arbeitswelt mehr.»


«Es gibt keine non-digitale Arbeitswelt mehr.»

Prof. Dr. Stephanie Kaudela-Baum, Hochschule Luzern – Wirtschaft


Dem digitalen Wandel in der Sozialen Arbeit begegnen
Etwas anders fassbar ist die fortschreitende Digitalisierung in den Berufsfeldern der Sozialen Arbeit. Sie sind unter anderem von Empathie getragen und leben geradezu von der Begegnung und der persönlichen Interaktion. Wie kann also sichergestellt werden, dass diese Grundhaltung in der anonymen Umgebung digitaler «Dates und Daten» nicht verloren geht bzw. dass das Beste aus ihren Vorteilen rausgeholt wird? Lucas Haack und Isabelle Odermatt vom Departement Soziale Arbeit entwickeln derzeit die Vertiefung «Digitalisierung und Soziale Arbeit», die ab dem Studienjahr 2021/2022 angeboten wird. Sie richtet sich an Bachelor- und Weiterbildungs-Studierende der Sozialen Arbeit, die sich darin spezifisches Wissen aneignen, wie sie die digitale Transformation in der Praxis aktiv angehen und mitgestalten können. Aufgegriffen werden Themen wie der kompetente Umgang mit digitalen Daten, Methoden und Verfahren sowie Ethik und Recht in der digitalisierten Welt und die Digitalisierung von Organisationen der Sozialen Arbeit.  Odermatt und Haack betonen: «Soziale Interaktion kann heute in verschiedenen Formaten erfolgen und gelingen – synchron oder asynchron, in der realen wie auch in der virtuellen Welt.»

Inwiefern dabei Empathie entstehe, sei vor allem abhängig von den sozialen, methodischen und fachlichen Kompetenzen der Professionellen der Sozialen Arbeit sowie von der Akzeptanz und vom einfachen Zugang für die Zielgruppen. Weniger Bedeutung habe dabei die technologische Unterstützung – die von den einen als «kühl» und von den anderen als angenehm empfunden wird: «Beispielsweise schätzen Jugendliche Partizipationsmöglichkeiten via Smartphone oder ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen die Möglichkeiten von Video-Beratung genauso, wie es umgekehrt der Fall sein kann. Zudem sind in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit, wie der Sonderpädagogik, digitale Hilfsmittel bereits seit vielen Jahren akzeptiert und unverzichtbar, etwa in der Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung», wie Isabelle Odermatt und Lucas Haack ausführen.
 

Neue Studiengänge der Hochschule Luzern

Departement Technik & Architektur
Bachelor-Studiengänge «Digital Construction» und «Digital Engineering»

Departement Kunst & Design
Vertiefung «Data Design & Art» im Bachelor Visuelle Kommunikation

Departemente Informatik,
Technik & Architektur und Wirtschaft

Bachelor-Studiengang «Mobility, Data Science and Economics»

Departement Soziale Arbeit
Vertiefung «Digitalisierung und Soziale
Arbeit» (ab Studienjahr 2021/2022)

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