Maturität / FMS

Die Berufsmaturität lohnt sich für die Fachperson Betreuung

Tanja Z'graggen absolvierte von 2017 bis 2020 ihre Ausbildung zur Fachfrau Betreuung EFZ im Chinderhus Maihof. Um sich schulisch mehr zu fordern und den Weg an die Hochschule zu ebnen, absolvierte sie lehrbegleitend absolvierte die Berufsmaturität.

Tanja ist 19 Jahre alt und lernte zwischen 2017 und 2020 im Chinderhus Maihof in Luzern ihren Traumberuf: Fachfrau Betreuung EFZ Fachrichtung Kinderbetreuung. Obwohl sie in der Sekundarschule gute Noten hatte, kam es für sie nicht infrage, weiter zur Schule zu gehen. «Ich wollte praktisch arbeiten, am liebsten mit Menschen», sagt sie. Beim Schnuppern gefielen ihr die Arbeit, die Atmosphäre und das Team im Chinderhus Maihof. Sie freute sich sehr, als sie die Zusage erhielt, dass sie im Chinderhus Maihof ihre Ausbildung absolvieren dürfe.

 

BM eine echte Bereicherung der Ausbildung

Um sich zusätzlich zu fordern und ein höheres schulisches Niveau zu erreichen, entschied sich Tanja für die lehrbegleitende BM, die sogenannte BM 1. Die Lernenden, welche die BM 1 absolvieren, sind etwa einen Tag pro Woche weniger im Lehrbetrieb als die Lernenden, die keine BM-Schule besuchen. Die grössere Abwesenheit im Lehrbetrieb machen die Lernenden jedoch mit ihrer Leistungsbereitschaft, höherer Eigenverantwortung, Selbstständigkeit, vernetztem Denken und Organisationsvermögen wett. So auch Tanja, die während ihrer Ausbildung zwei bis drei Tagen die Schule am Berufsbildungszentrum Gesundheit und Soziales in Sursee besucht hat und die restlichen Tage im Chinderhus gearbeitet hat. «Für mich war es die perfekte Möglichkeit um mich zeitgleich theoretisch wie auch praktisch zu fördern und fordern. Natürlich ist es herausfordernd, es erfordert ein hohes Mass an Selbständigkeit, Zuverlässigkeit sowie natürlich Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Was ich jedoch garantieren kann, ist, dass sich jede Anstrengung dafür lohnt!» Den Entscheid zugunsten der BM hat sie nie bereut. Im Gegenteil: «Die BM war eine echte Bereicherung meiner Ausbildung. Und sie hat mich gelehrt, mit Druck und Stress umzugehen.» Auch hat sie die Arbeit mit den Kindern im Chinderhus Maihof für manchen Stress entschädigt: «Es ist sehr schön, die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und dann zu beobachten, dass sie immer wieder neue Dinge können.»

 

Ein Abschluss mit vielen Anschlüssen 

Sowohl ihre Ausbildung zur Fachfrau Betreuung EFZ wie auch die BM hat Tanja im Sommer 2020 erfolgreich abgeschlossen. Seither arbeitet Tanja als gelernte Fachfrau Betreuung im Chinderhus Maihof und ist mittlerweile stellvertretende Gruppenleiterin. Sie kann sich da weiterentwickeln und und hatte beispielsweise die Möglichkeit, einen Themenletter in die Welt zu rufen oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen fachübergreifend in der sozialen Integration zu begleiten und unterstützen. «Es ist besonders die Arbeit, die mir gefällt, welche mich theoretisch und fachlich wie aber auch praktisch herausfordert und in beiden Bereichen viel Einsatz erfordert. Die lehrbegleitende Berufsmaturität hat mir dafür den Grundstein gelegt und ermöglicht mir in beiden Bereichen – Praxis und Theorie – unglaublich zu wachsen, mir neues Wissen und neue Fähigkeiten anzueignen.»

Mit der BM kann Tanja direkt an einer Fachhochschule studieren. Sie könnte auch direkt in den verkürzten Vorbereitungskurs der Pädagogischen Hochschule einsteigen. Die BM ebnet ihr zudem den Weg für anspruchsvolle Weiterbildungen an höheren Fachschulen oder für eidgenössische Berufs- und höhere Fachprüfungen, oder beispielsweise für eine selbstständige Tätigkeit. Über den einjährigen Passerellenlehrgang kann Tanja auch an der Universität oder der ETH studieren.

Ihre Pläne stehen fest: Im Frühjahr 2022 möchte sie einige Zeit in einem südafrikanischen Kinderdorf auf der Krankenstation tätig sein, bevor sie im Herbst ihr Fachhochschulstudium der Physiotherapie aufnehmen möchte. Ihr Fernziel ist ein Master of Advanced Science in physiotherapeutischer Rehabilitation. «Ich bin gespannt wo mich der Weg hinbringt und welche Türen sich eventuell unterwegs öffnen.»

Wir wünschen Tanja viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!