Heute Lehre – morgen Studium
Die Berufsmaturität (BM) verbindet eine Berufslehre mit vertiefter Allgemeinbildung und eröffnet vielfältige Zukunftsperspektiven. Erfahre mehr über die verschiedenen BM-Modelle und lerne zwei Jugendliche kennen, die sich für die BM SEK+ entschieden haben.
Text: Aline Roesti / Bilder: zVg / Christoph Arnet
Erschienen im Zebi Magazin 2026, 31. Oktober 2026
Wer die Berufsmaturität erfolgreich abschliesst, hat nicht nur einen Beruf erlernt, sondern sich auch den Zugang zu einem Studium an einer Fachhochschule gesichert. Mit einer Ergänzungsprüfung, der sogenannten Passerelle, ist auch ein Studium an einer Universität oder der ETH möglich. Die Kombination aus praktischer Berufserfahrung und vertiefter Allgemeinbildung schafft eine wertvolle Grundlage für die berufliche Zukunft. Sie eröffnet jungen Berufsleuten zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten und verbessert ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt – bis hin zu anspruchsvollen Fach- und Führungsfunktionen.
Modelle und Ausrichtungen der Berufsmaturität
Es gibt verschiedene Wege zur Berufsmaturität. Je nach Beruf und persönlichen Zielen stehen unterschiedliche Modelle und fachliche Ausrichtungen zur Auswahl. Grundsätzlich kann die BM während oder nach der Berufslehre absolviert werden.
Während der Lehre (BM 1)
Lehrbegleitend: Die Lernenden besuchen während ihrer drei- oder vierjährigen Berufslehre an einem bis eineinhalb Tagen pro Woche den BM-Unterricht an einer Berufsfachschule. Bei einigen flexiblen Modellen beginnt der Unterricht zeitversetzt vor oder erst nach dem ersten Lehrjahr.
Schulbegleitend: Auch an einer Vollzeitschule kann die Berufsmaturität erworben werden. Die Ausbildung an der Wirtschafts-, Gesundheits- oder Informatikmittelschule beziehungsweise an der Fachklasse Grafik dauert insgesamt vier Jahre. Auf drei Schuljahre folgt ein einjähriges Berufspraktikum.
Nach der Lehre (BM 2)
Wer über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) verfügt, kann die Berufsmaturität auch nach dem Lehrabschluss nachholen. Dafür stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
Vollzeit: Der Unterricht wird Vollzeit während eines Jahres an einer BM-Schule besucht.
Berufsbegleitend: Die berufsbegleitende Ausbildung dauert in der Regel zwei Jahre. Je nach Bildungsgang ist daneben eine berufliche Teilzeittätigkeit von 60 bis 80 Prozent möglich.
Die verschiedenen Modelle im Überblick
BM SEK+ – Start während der Sek
Ein besonderes Modell der lehrbegleitenden Berufsmaturität (BM1) ist die BM SEK+. Hier beginnt der Weg zur Berufsmaturität bereits in der Sekundarschule: Schülerinnen und Schüler besuchen während der dritten Sek an einem Tag pro Woche den BM-Unterricht an einer Berufsfachschule. Das Angebot richtet sich an leistungsstarke Jugendliche mit besonderem Flair für Mathematik und Naturwissenschaften, die eine technische oder gewerblich-industrielle Berufslehre mit BM in der Ausrichtung Technik, Architektur und Life Sciences anstreben.
Der Vorteil: Da das erste BM-Jahr während der 3. Sekundarschule beginnt, fällt der BM-Tag im vierten Lehrjahr weg. Die BM ist bereits nach dem dritten Lehrjahr komplett abgeschlossen.
Wie sich die BM SEK+ mit dem Berufsalltag verbinden lässt und welche Vorteile sie für die Zukunft bietet, erzählen Elma Becirovic und Laurin Bigler. Die beiden absolvieren eine Berufslehre in der Metallbaubranche und haben sich bewusst für diesen Ausbildungsweg entschieden.
![]() |
«Ich möchte mir für meine Zukunft möglichst viele Wege offenhalten.»Elma Becirovic absolviert das dritte Lehrjahr als Metallbaukonstrukteurin EFZ bei der JOSEF MEYER Stahl und Metall AG in Emmen. Parallel zu ihrer Lehre besucht sie den Berufsmaturitätsunterricht am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe (BBZB) in Luzern. |
![]() |
«Dank der BM SEK+ habe ich im letzten Lehrjahr mehr Zeit für die Berufspraxis.»Laurin Bigler absolviert das dritte Lehrjahr als Metallbauer EFZ bei der Matter Metallbau AG in Luzern. Parallel zu seiner Lehre besucht er den Berufsmaturitätsunterricht am Berufsbildungszentrum Bau und Gewerbe (BBZB) in Luzern. |
An der Zebi
Erfahre auf dem BM-Parcours die Vorteile einer lehr- oder schulbegleitenden Berufsmaturität und tausche dich
mit Lernenden und Fachpersonen aus.
Täglich
Foyer

