Die visuelle Welt mitgestalten

Von der Hochglanz-Imagebroschüre eines Versicherers über die regionale Wochenzeitung bis zum Werbeprospekt für eine Schreinerei und zum interaktiven Online-Inserat für trendige Smoothies: Polygrafinnen und Polygrafen EFZ setzen Texte, Grafiken, Illustrationen und Fotos für die Bereiche Print und Online perfekt ins Layout und in Szene.

André Amstutz nimmt letzte Farbkorrekturen vor, damit sich das von ihm gestaltete Inserat auch richtig in Szene setzt.


Vor drei Minuten ist André Amstutz ins Grossraumbüro mit prächtiger Aussicht in die Zentralschweizer Bergwelt gekommen und hat seinen Computer hochgefahren. Auf dem schlichten Tisch vor ihm liegen sechs farbige Mäppchen mit Auftragsblättern, daneben steht ein Wochenkalender. Heute Vormittag wird der Polygraf im 4. Lehrjahr bei der Firma Engelberger Druck AG in Stans zunächst am wöchentlich erscheinenden Magazin «Unterwaldner» arbeiten. 
 

Gestalterische Kreativität und komplexe Technik
Polygrafinnen und Polygrafen bewegen sich in ihrem Arbeitsalltag an der Schnittstelle von Gestaltung und Produktion: Aufgrund der Vorgaben der Auftraggeber bereiten sie die zur Verfügung gestellten Texte, Fotos, Illustrationen und weitere grafische Elemente im gewünschten Ausgabeformat so auf, dass ein fehlerfreies, gut gegliedertes und ästhetisch überzeugendes Ganzes entsteht. Dabei bestimmen sie Schriftgrösse und -art, legen Zeilenabstände fest und setzen Grafiken ein. Ein ausgeprägter Sinn für Farben und Formen sowie ein Flair für die visuelle Gestaltung sind deshalb zentrale Eigenschaften einer Polygrafin bzw. eines Polygrafen. Hinzu kommen eine exakte, konzentrierte Arbeitsweise und ein gutes Vorstellungsvermögen – denn mit dem geübten Platzieren der verschiedenen Elemente nach gestalterischen und typografischen Regeln ist es noch nicht getan: Die gelayouteten Print- oder Screenmedien müssen auch in eine druck- und reproduktionsfähige Form gebracht werden. Da die Arbeiten mehrheitlich am Computer ausgeführt werden, gehört auch eine gute Portion Technikaffinität dazu und die Bereitschaft, sich stets auf dem Laufenden zu halten – zumal sich Bildbearbeitungs- und Layout-Programme rasant entwickeln.


«Es ist cool, wenn man eine Broschüre aufschlägt und ein Inserat entdeckt, das man selbst gestaltet hat.»

André Amstutz


Dranbleiben, bis die Druckmaschine stampft
Inzwischen hat André zwei Seiten des «Unterwaldner» fertig und bespricht sie mit Medienvorstufenleiter und Ausbildner Simon Waser. Dieser ist zufrieden, es gibt nur noch Kleinigkeiten zu bereinigen. Dann geht es kurz eine Etage tiefer, in die Druckerei: Neben der Offsetmaschine steht eine Palette mit druckfrisch duftenden Bogen für eine Hochglanz-Broschüre. Mit dem Drucktechnologen Patrick Schuler schaut André sich die Brillanz und die Farbwiedergabe auf dem hochwertigen Papier an und freut sich über das Resultat. 

Auch kommunikative Fähigkeiten spielen eine wichtige Rolle, etwa in der Zusammenarbeit im Team mit den vor- und nachgelagerten Berufen der Medienbranche, und ebenso im direkten Gespräch mit Kunden, zum Beispiel beim Besprechen eines laufenden Projekts. Kreativität, sich einfühlen in die Wünsche des Auftraggebers, Geduld und die Bereitschaft, ein vermeintlich fertiges Layout noch einmal und vielleicht noch einmal zu überarbeiten, bis auch die letzte Farbkorrektur vorgenommen und der letzte Trenn- oder Grammatikfehler ausgemerzt ist: Auch das gehört zum Berufsbild des Polygrafen bzw. der Polygrafin. Und wie schön es sich anhört, wenn die Offsetmaschine fröhlich stampft und rattert …

Wieder zurück am Arbeitstisch wartet bereits der nächste Auftrag auf den 19-jährigen Lernenden: ein ganzseitiges Inserat für ein hiesiges Möbelhaus. Das findet André schon sehr cool an seinem Beruf – ein grosses Inserat selbstständig gestalten, die eigenen kreativen Ideen verwirklichen, um das Werk drei Wochen später beim Blättern in der Tageszeitung zu sehen.


Text: Petra Meyer / Bild: Christoph Arnet

Die Ausbildung

Die Ausbildung als Polygrafin/Polygraf Fachrichtung Screenmedien oder Printmedien EFZ dauert vier Jahre und kann in grafischen Betrieben wie Druckereien, in Werbeagenturen, bei Multimedia-Dienstleistern oder in Grafikateliers absolviert werden.

In der Berufsfachschule werden die Grundlagen in den Fächern Gestalten, Erstellen/Aufbereiten, Allgemeinbildung und Sprachen erlernt.

Nach der Ausbildung stehen der Polygrafin und dem Polygrafen kreative und technische Weiterbildungen offen.

Der Arbeitsalltag eines Polygrafen

André Amstutz bespricht mit dem Verlagsleiter Kilian Minder das Magazin «Unterwaldner». Vieles, was das Handwerk des Polygrafen ausmacht, lässt sich an diesem wöchentlich erscheinenden Magazin erlernen.

Texte, Fotos, Illustrationen und grafische Elemente bringt André in das gewünschte Ausgabeformat. Inzwischen hat er die Seiten des «Unterwaldner» fertig und bespricht sie mit Medienvorstufenleiter und Ausbildner Simon Waser.

Dann geht es eine Etage tiefer, in die Druckerei: Mit dem Drucktechnologen Patrick Schuler schaut André sich die Brillanz und die Farbwiedergabe auf dem Papier an.

Es gibt noch kleine Korrekturen zu machen. Nebst einem ausgeprägten Sinn für Farben und Formen benötigt der Polygraf eine grosse Affinität für technische Belange und gute kommunikative Fähigkeiten.

Warten auf das Resultat: André gefällt es, die eigenen kreativen Ideen zu verwirklichen und schliesslich ein Ergebnis in den Händen zu halten.

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